Emotionales Webdesign liegt voll im Trend. Aber was es ist und wie es funktioniert kann man nur um Ansatz erahnen. Wir wollen euch im heutigen Beitrage zeigen, wie die Emotionalisierung in den digitalen Medien angewendet wird.
Emotionen hervorrufen, oder diese entfachen ist im Marketing nichts Neues. Seit einiger Zeit sind viele Marketing-Kampagnen auf Storytelling ausgelegt, was nur eines zum Ziel hat: Nämlich Emotionen wecken. Ob Liebe, Sehnsucht, die Suche nach Geborgenheit oder Anerkennung, diese Bedürfnisse sollen geweckt werden, da sie bei jeder Kaufentscheidung eine tragende Rolle spielen.
Die meisten Kaufentscheidungen werden eher aus einem Bauchgefühl heraus getätigt als dass der Konsument rationale Entscheidungen im Kopf trifft. Genau das ist der Ansatzpunkt für die Emotionalisierung. Positive Gefühle soll die Werbebotschaft beim Kunden erzeugen, sodass sich das Bauchgefühl zum Kauf entscheidet. Bestenfalls kommt es zu einem Kaufabschluss, was der eigentliche Startschuss für die Emotionalisierung ist. Nun soll sich der neue Kunde in der Marke wiedererkennen, sich wohlfühlen, mehr kaufen und zum Markenbotschafter werden.
Emotionalisierung findet seinen Forschungsursprung im Neuromarketing, wo erforscht wird wie sich verschiedene Maßnahmen auf die Konsumentscheidungen auswirken. Beispielsweise werden Gerüche, Farben, Geräusche oder Erlebnisse in Verbindung mit der Marke/dem Produkt gebracht und untersucht, wie diese die Kaufentscheidung der Konsumenten beeinflussen.
Wie schafft ihr es nun, dass sich der User auf eurer Website schnell wohl fühlt? Wir haben euch 7 Tipps zur Umsetzung herausgearbeitet, die euch dabei helfen.

Hintergründe

Der Hintergrund sollte stets hintergründig sein, also hier eher zu unauffällig, neutralen oder gedeckten Farben greifen. Dennoch dürfen große Hintergrundbilder in hellen, positiven Farben gewählt werden. Bitte keine zu scharfen, ausdrucksstarken Bilder wählen, welche voll gesättigte Farben oder auffällige Muster aufweisen.

Farben

Auch hier gilt: Weniger ist manchmal mehr. Setzt die Farben ruhig als Akzent ein, aber eher sparsam als Eye-Catcher. Unkontrollierte Buntheit machen die Augen der User müde und wirken überwältigend (nicht im positiven Sinne). Die Farben sollten zudem ausgeglichen, passend und hell sein. Vermeidet die Kombinationen von Rot und Grün, das sind voll gesättigte Kontrastfarben, die die Augen eurer User schmerzen lassen.

Kontraste

Schafft unbedingt ausreichen Helligkeits- und Farbkontraste für eure Hinter- und Vordergründe. Vor Allem wenn es sich beim Vordergrund um Schrift handelt. Ebenso spielen Größenkontraste eine wichtige Rolle, wenn es um Wichtigkeitshierarchien geht. Wichtiges farbig intensiv/groß, Unwichtigeres unauffälliger.

Konsequenz

Bleibt bitte konsistent und konsequent in der Gestaltung eurer Website. Es gibt nichts schlimmeres als verschiedene Farben, Größen, Formen für gleiche Funktionen. Eure User denken nach dem Gesetz der Gleichheit: Gleiche Gestaltung ist gleiche Funktion!

Bilder

Sorgt unbedingt für einen visuellen Ausgleich. Positiv aufgeladene Bilder schaffen ein ausgewogenes, optisches Gleichgewicht. Bilder schöner Menschen, Landschaften oder Welpen ziehen immer.

Positionierung

Nutzt die Positionierung von Elementen um die Aufmerksamkeit eurer User zu steuern. Zusammengehörige Elemente einfach weiter zusammenrücken und nicht zusammengehörige optisch abgrenzen. Dabei wirken auch sehr subtile Grenzen.
Zur Positionierung gehört unseres Erachtens auch ein schlank gestaltetes Layout. Bitte überladet eure Layouts nicht, damit sich die Augen eurer User auf das Wesentliche konzentrieren können.

Sonstiges

Natürlich gibt es noch viel mehr strategische Elemente, die positive Emotionen beim User wecken können, aber wir denken mit unseren Tipps könnt ihr vorerst gut arbeiten. Es ist unglaublich wichtig (und ist dabei vor allen anderen Tipps zu beachten!), dass ihr eure Zielgruppe genau definiert und kennt. Es bringt euch nichts, wenn ihr alle Tipps zur Farbgestaltung und Positionierung beachtet, aber die eigentlichen Bedürfnisse eurer Zielgruppe völlig verfehlt. So ruft vermutlich ein perfekt abgestimmtes Bild einer Palme im Hintergrund, bei einem User der eigentlich auf der Suche nach einem Handbuch für DSGVO-Richtlinien ist, nicht die geringste Emotion hervor.